
Klappentext
Was Sie schon immer übers Essen wissen wollten, aber nie zu fragen wagten!
"Machen Austern spitz? Werden in Brötchen tatsächlich Menschenhaare verbacken? Verwendet die Sterne-Gastronomie auch Fertiggerichte? Warum kommt bei uns immer wieder Gammelfleisch in den Handel? Fördert die übliche Krankenhauskost die Genesung? Essen wir bereits Lebensmittel von geklonten Tieren? Es stimmt doch, dass die Dicken früher sterben als die Dünnen? Werden bestrahlte Lebensmittel radioaktiv?
Unsere Ernährung ist heute genauso von absonderlichen Tabus und abenteuerlichen Mythen umgeben wie früher der Sex. Und wie anno dazumal in Liebesdingen erheben die Experten nun bei Tische ihre Zeigefinger und warnen vor dem "vorzeitigen Tod", ewiger Verdammnis und in schweren Fällen sogar vor schlaffen Bäuchen. Die wissenschaftlich belegbaren Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. Sie sind oft verblüffend, nicht selten heiter und garantiert nicht politisch korrekt.
Essen Sie doch, was sie wollen - wir sagen Ihnen, warum."
Über die Autoren
"Udo Pollmer ist Lebensmitteltechniker und Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. (www.das-eule.de). Er ist Autor zahlreicher Sachbücher wie beispielsweise "Lexikon der populären Ernährungsirrtümer", "Food Design: Panschen erlaubt", "Pillen, Pulver, Powerstoffe". Durch seine zahlreichen Auftritte in Funk und Fernsehen hat er sich den Ruf als Deutschlands streitbarster Ernährungsspezialist erworben.
Dr. Monika Niehaus ist Diplombiologin mit Schwerpunkt Neurophysiologie und arbeitet freiberuflich als wissenschaftliche Übersetzerin, Journalistin und Autorin (Sachbuch, Krimi, Sciencefiction). Sie mag gutes Essen und Katzen."
Leseprobe: Wie nahrhaft ist Kopfsalat?
(Seite 100) "Etwa so wie ein nasses Papiertaschentuch. Salat ist von seiner Zusammensetzung nichts anderes als Wasser mit etwas Zellulose, grün gefärbt durch Chlorophyll. Zugegeben, es sind auch Mineralien enthalten: vor allem Nitrat aus Kunstdünger.
Was ist mit dem berühmten Vitamin C? Leider Fehlanzeige. Und "auf die Sprünge" hilf Salat auch niemandem, die alten Phytagoräer bezeichneten ihn sogar abschätzig als "Eunuchenkraut". Was schmeckt und nährt am Salat, ist das Dressing: egal, ob klassisch mit Essig und Öl, süßsauer mit Zitrone und Zucker oder sahnig mit Créme fraÃche."
Leseprobe: Kriegt man von Schokolade Pickel?
(Seite 128, 129) "Dass Schokolade Akne verursacht oder verschlimmert, gehört zum dermatologischen Grundwissen jeden Teenagers. Angesichts der Tatsache, dass Schokolade ein begehrtes Genussmittel ist, wäre es auch sehr verwunderlich, wenn der Volksmund nicht ein paar warnende Worte an die Jugend parat hätte. Irgendwie erinnert es an die früher gleichermaßen populäre Drohung, vom Küssen bekäme man Kinder.
Und die medizinische Datenlage? Bis heute haben es die Dermatologen (Hautärzte) nicht geschafft, mit einer sauberen Studie zu überprüfen, ob die Behauptung (mit der sie jeden Tag konfrontiert werden) stimmt oder doch nur ein Ammenmärchen ist. Soweit Daten vorliegen, bestätigen sie den pickeligen Verdacht jedoch nicht.
Belegt ist lediglich die Tatsache, dass (Prüfungs)stress zu Pickeln führen kann. Und da in dieser stressigen Zeit auch schon mal etwas mehr Schokolade gefuttert wird, entsteht schnell eine Verbindung zwischen dem süßen Seelentröster und den fiesen Pickeln.
Quelle: Magin, P. et al.: A systematic review of the evidence for "myths and misconceptions" in acne management: diet, face-washing and sunlight. Family Practice 2005; 22: 62-70"
Udo Pollmer und Dr. Monika Niehaus: Wer gesund isst, stirbt früher; 2008 BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München; ISBN 978-3-8354-0312-3; 192 Seiten, Broschur; 12,95 EUR
Sandra Neumann, Datum der letzten Änderung: 07. Oktober 2009