
... Nach zwei Jahren Studiendauer startet NEURoTEAMS nochmals kräftig durch!
Angelegt war das Projekt auf einer Zeitschiene von zunächst zwei Jahren, so dass zu Jahresanfang 2010 das Projektende anstand. Zu dieser Zeit befanden sich noch 45 Patienten, welche einem der Krankheitsbilder Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall zuzuordnen waren, in therapeutischer Behandlung. Nahezu 40 ambulant tätige therapeutische Praxen waren in dem Projekt involviert und zwar mit höchstem Engagement. Eine enge Verzahnung der therapeutischen Anwendungen, Fachgebiete übergreifend, war für die Patienten eine wesentliche Erfolgsdeterminante. An diesem Punkt die "Reißleine zu ziehen" war für die Initiatoren, PD Dr. Busch und seine ltd. OÄ, Frau Dr. Laghusemann, unvorstellbar. Das Projekt konnte und durfte nicht einfach beendet werden. Somit wurde unter großer Zustimmung aller Beteiligten das Projekt um ein weiteres Jahr verlängert – "zunächst" – wie Dr. Busch an dieser Stelle betont. Und er legt noch nach: "Das Indikationsspektrum wird noch erweitert und zwar auf alle neurologischen Erkrankungen." Für alle Patienten, welche in diesem Jahr noch in das Projekt kommen, wird es unbefristet fortgeführt. Das gibt den Patienten Sicherheit.
Aufatmen sowohl bei Patienten als auch bei Therapeuten! Hatte sich das Projekt doch bis zu diesem Zeitpunkt für die Betroffenen als äußerst erfolgreich erwiesen. Abseits der standardisierten Therapiefolge erfahren sie einen hohen individuellen Benefit.
Verbesserung der Versorgungsqualität bedeutet mehr Lebensqualität
Interdisziplinarität wird zwar heutzutage aller Orte proklamiert und als zukunftsweisend bezeichnet, innerhalb unseres Gesundheitssystems findet sie jedoch nur unzureichend Beachtung. Eine Förderung der Zusammenarbeit verschiedener therapeutischer Fachrichtungen ist hier nicht vorgesehen.
Mit dem Projekt "NEURoTEAMS", welches vor zwei Jahren als Fallkontroll- Studie mit explorativem Charakter startete, verfolgt PD Dr. Busch mit seinem Team an den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen das Ziel, eine bessere Versorgungsqualität von Patienten in so genannten ambulanten NEURoTEAMS zu erreichen. Auch vor dem Hintergrund, dass eine verbesserte Versorgung mit verbesserter Lebensqualität für den einzelnen Patienten einhergeht.
Das Angebot zur Teilnahme an diesem Projekt richtet sich an Patienten nach Schlaganfall, mit Multipler Sklerose, Parkinson sowie - und das ist neu seit 2010 - auch an Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen. Diese Patienten sollten im Alter zwischen 18 und 90 Jahren sein und mindestens zwei Therapiemodalitäten aus den Bereichen Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie beanspruchen.
Die NEURoTEAMS bilden sich jeweils innerhalb der Stadtteile Gelsenkirchens und werden für den jeweiligen Patienten wohnortnah bereitgehalten. In zwei Teambesprechungen werden regelmäßig die persönlichen Ziele für jeden Patienten erarbeitet. So können die Therapien besser auf die Teilhabe des Patienten in seiner konkreten Lebenssituation fokussiert werden. Denn das ist das Ziel: Jeder Patient soll in seinem sozialen Umfeld wieder eine hohe Lebensqualität erreichen. Das Projekt wird nach wie vor wissenschaftlich begleitet.
Keine zusätzlichen Kosten für Patienten und Therapeuten
Um einen reibungslosen Ablauf in der Kommunikation zwischen Studienleitung, Therapeuten-Teams und Patienten auch weiterhin zu gewährleisten, wurde das Team um Dr. Busch um eine Personalstelle erweitert. Zuständig für das Case Management ist nunmehr Frau Dembek; sie ist neu in das Team gekommen. Frau Dembek wird den telefonischen Kontakt zu den teilnehmenden Patienten pflegen und ist auch erste Ansprechperson für Neuzugänge.
Wichtig für die Patienten ist hierbei, dass der Zugang in das NEURoTEAMS- Projekt und damit die therapeutische Versorgung durch ein wohnortnahes NEURoTEAM nicht zwingend mit einer stationären Aufnahme im Klinikum verbunden ist!
Sämtliche Kosten, welche das NEURoTEAMS-Projekt zusätzlich zu den üblichen Kosten der regelrechten Patientenversorgung verursacht, werden von den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen getragen! Weder den teilnehmenden Patienten noch den eingebundenen Praxen entstehen zusätzliche Kosten. Dieser Aspekt verdient besondere Beachtung in Zeiten exzessiv geführter Gesundheitsdebatten.
Das NEURoTEAMS-Projekt wird auch in 2011 mit zwei Workshops unterstützt, welche von Dr. Busch und seinem Team inhaltliche und organisatorische Gestaltung erfahren. Bereits in den zurückliegenden zwei Jahren haben sich diese Workshops großer Beliebtheit unter den Therapeuten erfreut. Sie erhalten dort begleitende wissenschaftliche Informationen; Fallbeispiele werden eingehend besprochen, und es findet ein reger Austausch über die Arbeit der einzelnen Teams statt.
Im Focus all dieser Bemühungen steht nach wie vor ausschließlich der Patient mit seinem Beschwerdebild und dem dringlichen Wunsch, schnellst möglich wieder in gewohnter Weise am sozialen Leben teilhaben zu können, den individuellen Bedürfnissen nachgehen zu können und auf diese Weise ein Höchstmaß an möglicher Lebensqualität zu gewinnen. Im vergangenen Jahr hatten wir zwei Gesprächspartner vorgestellt, die wir anlässlich der Fortführung des Projektes jetzt erneut interviewten:
Gesprächspartner Roland Werner (betreut vom Team "C" Gelsenkirchen-Mitte)
Gesprächspartner Heinz Schönfeld (betreut vom Team "J" Gelsenkirchen- Beckhausen/Horst)
©by Barbara Braun Consulting
Datum der letzten Änderung: 13. Januar 2011 (Jutta Kühl)